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Ein Lied hinterm Ofen zu singen

(von Matthias Claudius)

Der Winter ist ein rechter Mann,
Kernfest und auf die Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an,
Und scheut nicht süß noch sauer. War je ein Mann gesund wie er?
Er krankt und kränkelt nimmer,
Er trotzt der Kälte wie ein Bär
und schläft im kalten Zimmer. Er zieht sein Hemd im freien an
und lässt´s vorher nicht wärmen
und spottet über Fluss im Zahn
und Grimmen in Gedärmen. Aus Blumen und aus Vogelsang
weiß er sich nichts zu machen,
Hasst warmen Drang und warmen Klang
und alle warmen Sachen.
Doch wenn die Füchse bellen sehr,
wenn´s Holz im Ofen knittert,
und um den Ofen Knecht und Herr
die Hände reibt und zittert;
Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht
und Teich und Zehen krachen:
Das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
dann will er tot sich lachen.-

Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
Beim Nordpol an dem Strande;
Doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.
Da ist er denn bald dort, bald hier;
gut Regiment zu führen;
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren.

 

 

 

 

6 comments to “Aktuelles”

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  1. Der Dichter, den die Welt nicht braucht - 7. April 2019 Antworten

    Frühlingsgedicht,
    (nicht von Goethe)
    Der Frühling lockt mit Sonnenschein
    alle Menschen groß und klein
    aus dem düsteren Alltagsgrau
    und der Häuser tristem Bau
    hinaus ins Freie, in die Natur.
    Du hast gewartet, wo bleibt er nur ?
    Jetzt endlich erwachet zartes Grün
    in Wald und Flur, du kannst es seh’n
    wie nicht nur jedes kleine Kind
    sondern alle fröhlich sind,
    die lange mürrisch und verdrossen
    im Winter manchen Grog genossen,
    um sich von innen zu erwärmen
    wenn’s ihnen grummelt in Gedärmen.
    Jetzt ist die trübe Zeit vorbei,
    freu’ dich und fühl dich wieder frei !
    Die Sonne scheint, hurra, hurra,
    der Frühling ist nun endlich da.

  2. Der Dichter, den die Welt nicht braucht - 25. Juni 2019 Antworten

    Da der Inhalt dieser Seite offensichtlich mit den Jahreszeiten wechselt,
    hier nun ein Sommergedicht von mir:

    Die Sonne scheint vom Himmelszelt,
    was gibt es Schön’res auf der Welt
    als in dieser Jahreszeit
    am Badesee und weit und breit
    sich von dem Arbeitsstress des Jahres
    zu erholen. Gegen Bares
    in unsrem schönen Heimatland
    zu baden vielleicht am Ostseestrand,
    den Badenixen zu zu sehn
    wie sie graziös ins Wasser geh’n,
    oder im “mittleren Gebirge”
    zu wandern, zu betrachten Buche und Birke
    in unserem mitteldeutschen Wald,
    in dem manchmal das Jagdhorn schallt,
    bevor im Gasthaus nebenan
    man Wildfleischbraten essen kann.

    Doch wehe, wenn nach Sonnenglut
    die Brise auffrischt, geht’s nicht gut.
    Die Unwetter der letzten Zeit
    brachten Schaden überall landesweit.
    Schuld daran ist der Klimawandel
    von Menschen gemacht, weil deren Handeln
    im Widerspruch steht zur Natur.
    Warum, frag ich mich, tut er das nur.
    Er sägt damit am eignen Baum
    aus Profitgier, doch irgendwann ist aus der Traum !
    Hoffentlich begreift er vorher noch irgendwann,
    dass man Geld nicht essen kann !

  3. Der Dichter, den die Welt nicht braucht - 12. September 2019 Antworten

    Eine Anmerkung zum Herbst:

    Der Herbst steht auf der Leiter
    und malt die Blätter an,
    schrieb einst ein Dichter heiter
    und zeigte, dass er’s kann.
    Ich könnt auch weiter reimen
    vom Herbst, der allzumal
    sich zeigt, doch im geheimen
    wird’s langsam mir fatal,
    dass immer nur alleine
    ich meine Verse schrieb
    und nicht mal eine kleine
    Zeile von anderen hier verblieb.
    So mach ich denn am Ende
    Schluss mit der Dichterei
    bis dann zur Jahreswende
    Zeit für was neues sei.

  4. Der Dichter, den die Welt nicht braucht - 18. Dezember 2019 Antworten

    Damit das Jahr vollständig wird, hier noch ein “Kommentargedicht” zum Jahreswechsel:

    Das Ende naht von diesem Jahr
    und Winter ist’s das ist doch klar.
    Wir können wieder resümieren
    und müssen manches reklamieren
    was uns das Jahr gegeben hat.
    Die Zeit schlug manche Hoffnung platt,
    die wir am Anfang dieses Jahres
    erträumten, glaubten als ein klares
    Ziel, das schon fast greifbar nah
    man plötzlich nur noch ferne sah.
    So läuft die Zeit gar rasend schnelle
    und dennoch tritt man auf der Stelle
    verliert zu Schluss die Illusion,
    sieht schließlich ein: Das war es schon.
    Und für den Jahreswechsel dann
    legt man ‘nen neuen Vorsatz an,
    vielleicht dann endlich zu erreichen,
    auf jenen Punkt mal zu zu schleichen,
    den schon seit Jahren dir als Ziel
    bedeutet zu erreichen viel.
    Ach ja, so geht es Jahr um Jahr.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt fürwahr.
    Bleibt nur zum Schluß das Resümé:
    Mit Mut voran, leg’ los und geh’
    den Weg, der für dich vorgesehn,
    bleib nicht im eignen Schatten stehn,
    sonst bleibst du eines Tags zurück,
    siehst nur von fern in deinem Blick
    was andere vor dir schon erreicht.
    Kein Lebensweg dem anderen gleicht !

  5. S. Kreuzmann - 13. Januar 2020 Antworten

    Schade und in gewisser Weise unverständlich, warum “Der Dichter, den die Welt nicht braucht”, der die vorausgehenden Reime verfasst hat, nicht aus der Anonymität auftaucht. So schlecht sind doch seine Gedichte wirklich nicht, dass er die Öffentlichkeit scheuen muss.
    Das meint
    Siglinde Kreuzmann

    • W.-D. K. - 13. Januar 2020 Antworten

      Da, wie ich vermute, viele der externen Eintragungen in meine Homepage wahrscheinlich nur unter einem sogenannten, im IT-Bereich allgemein üblichen, “Spitznamen” erfolgten bzw. erfolgen, kann ich, sofern die Eintragung des jeweiligen Autoren nicht den akzeptablen Bereich verlässt, auch diesen hier benutzten Namen problemlos akzeptieren.
      Im gegenteiligen Falle würde die Veröffentlichung von mir ohnehin unterbunden bzw. kurzfristig wieder gelöscht.
      Im übrigen finde ich das “dichterische Talent” dieses Autors ebenfalls bemerkenswert.

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Er kommt (trotz Corona) bestimmt auch wieder im Jahre 2020

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